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Die Familie Sudheim

Die Familie Sudheim (in Brakel meist als Sutheim geschrieben) gehört zur Generation der Namensvergabe1908. Aus „Sadoch David“ wurde „Zadok Sudheim/Sutheim“. Sudheim ist eine alte Ortsbezeichnung in Brakel. Das Stammhaus der Familie liegt in Königstraße 9 und ist 1821 erbaut. Das Geschäftshaus ist das große Haus Königstraße 7.  

In der Volkzählung von 1843 gab es zwei Familien:

Königstr. 9: Wwe. David [Zadock?!] Sudheim (Hanna Weiler) mit 8 Personen im Haus, darunter Söhne Abraham (geb. 1815), Salomon (geb. 1818), Moises (geb. 1822), sowie 4 Personen Gesinde
Königstr. 22 (Mittelmühle an der Brucht): David Sudheim mit Frau Hanne mit 13 Personen im Haus, darunter Sohn Moises und 5 Töchter + 5 Personen Gesinde

Auf dem jüdischen Friedhof gibt es drei Grabstellen:

  • Johannes Sudheim (gest. 1826)
  • Hanna Sutheim geb. Weiler (1792-1858)
  • Moses Sutheim  (1837-1896).

In der Bürgenliste 1850 der Kreissparkasse Höxter in Brakel stehen David und Abraham Sudheim mit je 3.000 Thlr.

Als Unternehmer sind sie zeitweise im Mühlenbereich tätig (Brakel Mittelmühle und Mühle Riesel). Moses Sudheim betreibt mit Partner Rosenberg (bis 1881) eine Tabakfabrik (Zigarren) in Brakel in der Zeit ca. 1850-1890.

Die Sudheims waren wohl schwerpunktmäßig im Geldgeschäft vertreten: Sie hatten große Summen in Hypotheken und Land von kleineren Höfen investiert. Dass sie dabei auch Verluste hinnehmen mussten zeigen mehrere Anzeigen gerichtliche „Aufgebote“ um 1900. – Dem Hörensagen ist die Familie deutlich von 1933 ausgewandert.

Einen konkreteren Hinweis findet sich im Brakeler Anzeiger v. 24.04.1933. Dort wird dem angesehenen Mitbürger August Sommer zum 75. Geburtstag gratuliert. Dieser hatte 1890 die Tochter von Abraham, Ida geheiratet und hatte das Landhandelsgeschäft in dem großen Patrizierhaus in der Königstraße übernommen. Es ist für das Geschäft von drei langen Generationen die Rede, die es 1933 bestand. Das müssen diese Generationen gewesen sein:

  • Zadock Sutheim (geb. 1782) und Bruder Levi Sutheim, David Sutheim (geb. 1805),
  • Abraham Sutheim (geb. 1815), Salomon (geb. 1818), Moses Sutheim (geb. 1822)

Nähere Informationen gibt es leider nicht. Aber dass die Familie bedeutend war zeigen zahlreiche Familienanzeigen in der Kölnischen Zeitung. Verlobungen der Töchter Sutheim nach Bünde, Melsungen,, Oerlinghausen, Lübbecke, Bielefeld Mayen und Ruhrort sind enthalten. Moses Sudheim hat sich wohl in Bielefeld niedergelassen. Dort wurde sein Grabstein für den Friedhof in Brakel angefertigt.

Die Familie Sudheim in Beverungen (hier mit „d“ geschrieben) soll aus Brakel stammen. Die Belege sind unklar.